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  • 1971–1976Studium der Philosophie, der Romanischen Literaturwissenschaft und des Kunstpädagogischen Werkens in Münster (Auslandsstudium in Dijon)
  • 1976–1980Studienseminar und Unterrichtstätigkeit in: Philosophie, Französisch, Literatur und Kunst
  • 1980Aufnahme eines Promotionsvorhabens im Bereich der Philosophischen Ästhetik
  • 1985Heirat und Familiengründung an der Bergstraße
  • 1989–1992Auslandsaufenthalt der Familie in Washington DC
  • 1992Rückkehr nach Deutschland, seither ansässig in Oberfranken (Nähe Bayreuth), zwei erwachsene Söhne

Seit vielen Jahren beschäftigt mich die Frage nach den Spezifika der Kunst, genauer nach der Fähigkeit der Kunstwerke, Welt, Wirklichkeit, menschliches Leben auf erschütternde wie beglückende Weise »zu Sprache zu bringen«.

Aus der persönlichen Erfahrung heraus, dass Kunstphilosophie, die in abgehobener Position »von oben herab« über Kunst nachdenkt, ihr Wesentliches verfehlen muss, versuche ich das Spannungsverhältnis von Reflexion und bildnerischem Gestalten »von unten her« auszuloten: im Dialog mit dem Material, den Vor-Bildern und der bildnerischen Tradition.

— Barbara Lucas-Leugering

Mit allen Sinnen – dem Leben auf der Spur

Einladung zu einer sensoriellen Entdeckungsreise

Eine kleine Gruppe von Kunstschaffenden hat sich zu einer Ausstellungsinitiative im Krankenhaus Agatharied zusammengefunden, um an diesem besonderen Ort der Umorientierung, Neuorientierung ihre persönliche Spurensuche einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen in Exponaten mit einer „ureigenen“, verschlüsselten Semantik, zu der „die Sinne das Tor“ sind.

Annette Horn, Barbara Lucas-Leugering, Willy Weihreter und Gertraut Fuchs-Gerhart als konzeptionelle Planerin der Ausstellung eint die Hoffnung, dass die besondere Sprache der Photographie, Musik, Malerei kommunizierbar, dass die in den Arbeiten zu Tage tretende einzelmenschliche Erfahrung von anderen „mit-teilbar“ wird und so die Kunst als ein ganz Anderes zur Alltagsrealität dennoch eine nacherfahrbar authentische Antwort auf die übergreifende Frage nach dem Leben, nach seinen manifesten oder verborgenen Gesetzen zu geben vermag.

Folgen wir der architektonischen Struktur des Krankenhauses Agatharied! Im Erdgeschoss des Haupthauses, das symbolisch über die gesamte Länge von einem gefassten Wasserlauf wie von einer Lebensader durchzogen ist und so mit dem Eintritt in die Architektur bereits die Parallelführung von Gegensätzlichem thematisiert, – Wasser und Pflanzen draußen, Wasser und Pflanzen drinnen, lediglich durch eine gläserne Fassade getrennt – im Erdgeschoss dieses Haupthauses affizieren die ausladenden künstlerischen Photographien von Willy Weihreter den Besucher unmittelbar. In der Blickrichtung springt dem Besucher zunächst das leuchtende Rot einer großformatigen photographischen Arbeit des Nürnberger Künstlers ins Auge. Gespannt nähert sich der Betrachter einer mit Symmetrien spielenden „Bildkomposition“, die sinnlich körperhafte Formen von größter Plastizität vor Augen führt, welche sich – zugleich naturnah und artifiziell – unter dem Blick des Betrachters zu einer suggestiven eigenen Bildrealität verdichten. Diese verlockt unsere Sinne ebenso, wie sie unser Sinn-Verstehen herausfordert.

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Nähert sich der Besucher dem zweiten großen photographischen Wandtableau von Willy Weihreter, so intensiviert sich die Frage des Betrachters, was ihn hier eigentlich so in den Bann zieht. Bei genauerem Hinsehen formt sich unter dem staunenden Blick eine wundersame Gestalt, nie gesehen, so nie gesehen, aber doch voller Anspielung an Vertrautes: eine Blüte, ein Schmetterling, ein Vogel? Das Auge wird verlockt, den Assoziationen nachzugehen, will sich jedoch nicht festlegen lassen, - es gibt kein Wort für das, was man „sieht“, schön, wie der Kelch einer Blume, gefächert wie der Blütenkranz, jedoch dünnhäutig, feinfaserig wie ein Schmetterling, aber maßlos in der Spannweite seiner Flügel! Unsere vertrauten Zuordnungen versagen und wir fangen an, dieses noch Namenlose wahrzunehmen als das, was es ist: die sehr sinnliche Gestaltwerdung einer „symmetria“, für die antiken Griechen gleichbedeutend mit „Ebenmaß“, die hier mit künstlerischen Mitteln der Photographie realisiert wurde und mit der Wirkung ihre Erzeugung in den Hintergrund treten lässt.

Eine dritte in einem tiefen Blau gehaltene Arbeit des subjektiven Realisten Willy Weihreter entlehnt Motive der Natur (wie die Spiegelung von Bäumen auf der Wasseroberfläche), um sie gestalterisch so neu zu inszenieren, dass das Ausgangsreale zur Basis eines semantischen Novum wird, wie der Titel „Zauberwald“ verrät.

Eigenwillig und facettenreich gestaltet sich auch die Spurensuche der in Deutschland lebenden britischen Photographin Annette Horn. Folgen wir der architektonischen Struktur des Krankenhauses, so erwarten uns im Obergeschoss zwei künstlerisch photographische Arbeiten: Sie führen dem Betrachter zwei Tiere, ein Zebra und einen Fisch, in ihren Lebenskontexten vor Augen. Nebeneinander platziert, verblüffen diese Photos den Betrachter mit einer unerwarteten Parallelität: der ausdrucksvollen „Zeichnung“ beider Tiere, die die Suche nach weitreichenderen Entsprechungen initiiert.

Annette Horns künstlerischer Intention, „to show that there is something beyond what is concrete“ entsprechen auch vier weitere in zarten Pastelltönen gemalte makrophotographische Arbeiten, deren poetischem Zauber der Betrachter sich kaum entziehen kann. Sie (ent-) führen den Blick in das Innere eines Blütenkelches, der metaphorisch zum Urbild vollendeter Harmonie und Hingabe wird. Durch die Aura einer fast unwirklich erscheinenden Schönheit, die gleichwohl auf unser erwartungsgestimmtes Auge trifft, werden diese Kunstwerke verstehbar als ein Versprechen, als visuelle Verheißung einer Harmonie, die als Latenz im Leben verborgen bereits anwesend is und mit der Kamera behutsam freigelegt wird.

„Heart-song“, Herzenslied, ein zwölfminütiges musikalisch-photofilmisches Gemeinschaftswerk der zeitgenössischen britischen Komponistin Rosemary Duxbury, der Schweizer Pianistin Patricia Siffert und der britischen Photographin Annette Horn verdichtet die in den photographischen Einzelarbeiten bereits nacherfahrbare künstlerische Botschaft zu einem bildnerischen Hymnus an das Leben, an seine noch ungenutzten Potentiale der Erfüllung, die in einem ungestillten, universellen menschlichen Verlangen ihren Grund und in den Bildern und Klängen von „Heart-song“ ihre synästhetisch erlebbaren Vorboten haben.

Mit der Ausstrahlung dieses Photofilms „Heart-song“ von Annette Horn kommunizieren vier großformatige Ölbilder von Barbara Lucas-Leugering, die am Ende des Durchgangs auf der zweiten Ebene des Krankenhauses in einem ruhigen Bereich zu einer eher kontemplativen Betrachtung einladen.

Als gegenstandslose, abstrakte Malerei thematisieren diese Bilder zunächst Abstand, Distanz zu einer extrovertiert dynamischen Außenrealität, der sie eine introvertierte, Bewegung zurücknehmende Bild-Innenwelt entgegensetzen, die, vielschichtig strukturiert, vom Tageslichteinfall zusätzlich gesteigert, ein lebendiges Farb-und Formspiel inszeniert mit besonderer Wirkung. Die Feinstrukturen, lasierenden Pigmentaufträge, feinsinnigen Farbnuancen und interagierenden Farbflächen, - all diese Einzelmomente verbinden sich zu einem Ganzen, das als „Konfiguration“ sinnlich erfahrbar wird, in der sich eines zum anderen fügt. In der sichtbaren Differenz zur Alltagsrealität werden diese Bilder innerästhetisch zu Vorboten einer Metamorphose, auf die das Leben draußen noch wartet.

Die Kunst als Übermittler der tröstenden Botschaft, dass Wandel, dass Neuorientierung auf ein Besseres hin gewaltlos möglich sei, - nach Meinung der Ausstellenden könnte es keinen besseren Ort für die Verbreitung dieser Botschaft geben als eben diesen hier: ein Krankenhaus!

Mond
Ikone 1
Ikone 2
Ikone 3
Ikone 4
Ikone_auf_holz
Ikone_blau
Natur 1
Natur 2
Natur 3
Natur 4
Natur 1
Natur 2
Natur 3
Natur 4
Rotkäppchen
Hänsel und Gretel
Brüderchen und Schwesterchen
Sterntaler
Dornröschen
Aschenputtel
Froschkönig
Rumpelstielzchen
Schneewittchen